Eintritt eines Vermögensnachteils i. S. v. § 266 StGB

Der Bundesgerichtshof hat in seinem Urteil vom 27.07.2017 ausgeführt, dass die Frage, ob ein Vermögensnachteil i. S. v. § 266 StGB eingetreten ist, durch einen Vergleich des gesamten Vermögens vor und nach dem beanstandeten Rechtsgeschäft nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu prüfen ist. Es fehle an einem Vermögensnachteil, wenn der Abfluss aus dem betreuten Vermögen durch einen gleichzeitig eintretenden Vermögenszuwachs ausgeglichen wird, wobei die Untreuehandlung selbst beides hervorbringen muss.

Eine solche schadenshindernde Kompensation ist bei einem treuwidrigen Austauschvertrag regelmäßig gegeben, wenn der Vermögensinhaber für das Vermögensopfer eine zumindest gleichwertige Gegenleistung enthält. Bei wirtschaftlich ausgeglichenen Verträgen können Gesichtspunkte eines individuellen Scheidenseinschlag einen Vermögensnachteil nur in eng begrenzten Ausnahmefällen begründen.

BGH, Urteil vom 27.07.2017, – 3 StR 490/16 –

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