Nicht geringe Menge bei synthetischen Cannabinoiden

Die Grenze der „nicht geringen Menge“ bei einigen synthetischen Cannabinoiden ist durch eine aktuelle Entscheidung des Bundesgerichtshofs neu festgelegt worden.

Der Markt für mit synthetischen Cannabinoiden versetzten Kräutermischungen, Badesalzen und ähnlichem entwickelt sich seit 2005 rapide. Sie lassen sich in chemischen Syntheselaboren ohne großen Aufwand mit Hilfe leicht zu besorgender Bestandteile kostengünstig herstellen. Schwankungen in der Wirkstoffkonzentration sind dabei charakteristisch. Mittlerweile gibt es auf dem Markt Produkte mit einer Wirkstoffkonzentration von 30%.
Der Bundesgerichtshof hat nun für die Substanzen JWH-018 und CO 47, 497-C8-Homologes die Grenze zur nicht geringen Menge bei 2 g festgesetzt. Dabei liegt der Wert deutlich niedriger als die 7,5 g bei Tetrahydrocannabinol, dem Wirkstoff des natürlichen Cannabis. Dies Begründet der Bundesgerichtshof damit, dass diese synthetischen Substanzen eine deutlich höhere Wirkstoffpotenz aufweisen. Ausserdem sei die Gefahr des Auftretens von unerwünschten Nebenwirkungen, möglicherweise sogar mit tödlichen Folgen, deutlich höher. Anders als bei herkömmlichen Cannabis trete auch keine Sättigungwirkung ein, so dass eine höhere Gefahr der Überdosierung bestehe. Für die synthetischen Cannabinoide JWH-073 und CP 47,497 hat der Bundesgerichtshof die Grenze bei 6 g festgesetzt.

BGH, Urteil vom 14.01.2015

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