Computerstrafrecht

Ein spezielles Computer- oder gar Internetstrafrecht existiert nicht. Vielmehr finden die allgemeinen Regeln des Strafrechts Anwendung, die entweder im Strafgesetzbuch (StGB) oder in Sondergesetzen beispielsweise dem Marken- oder dem Urhebergesetz enthalten sind.

Mit der Einführung des Computerbetruges gemäß § 263 a StGB beabsichtigte der Gesetzgeber, das Vermögen gegen neue technische Angriffsformen zu schützen. Strafbarkeitslücken im Rahmen des Betrugstatbestandes, die durch den zunehmenden Einsatz von modernen Datenverarbeitungsprogrammen entstanden waren, sollten hierdurch geschlossen werden.

Das Problem einer Strafbarkeit gemäß § 263 StGB bestand in dem Tatbestandsmerkmal der „Täuschung“. Computer können nicht getäuscht werden, insofern wurden die Merkmale „Täuschung, Irrtum und Vermögensverfügung“ durch das Merkmal „Beeinflussung des Ergebnisses eines Datenverarbeitungsprogrammes“ ersetzt. Die Strafnorm des Computerbetruges reicht von der ungewollten Einwahl in das Internet mittels eines heimlich installierten Dialers über den Bankautomatenmissbrauch bis zum Leerspielen von Geldautomaten. Mehr als 90% der statistisch erfassten Datenverarbeitungskriminalität betreffen die Manipulationen und den Missbrauch mit Magnetstreifenkarten (EC,- Kunden,-Telefon,- Tank- und sonstigen aufladbaren Bankkarten).

Weitere Straftatbestände in diesem Bereich sind das Ausspähen von Daten gemäß § 202a StGB sowie die Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses gemäß § 206 StGB.

Weitere wichtige strafrechtliche Normen

  • Ausspähen von Daten, §202a StGB
  • Abfangen von Daten, § 202b StGB
  • Datenhehlerei, § 202d StGB
  • Datenveränderungen, § 303a StGB
  • Computersabotage, § 303b StGB
  • Verwertung fremder Geheimnisse, $ 204 StGB
  • Fälschung beweiserheblicher Daten, §§ 269 StGB
  • Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, § 270 StGB
  • Abhören von Nachrichten/Missbrauch von Sende- oder sonstiger Telekommunikationsanlagen/Funkschutz, § 148 TKG

Kontakt

Bekannt aus den Medien

– 10,834,233,5
Ausgewählte Straftaten/-gruppen20172016Veränderungen absolutVeränderung in %Quote 2017Quote 2016
Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung §§ 269, 270 StGB8.3528.1581942,446,951,4
Datenveränderung, Computersabotage §§ 303a, 303b StGB3.5964.422– 826– 18,725,122,1
Ausspähen, Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen und Datenhehlerei9.60010.638– 1.038– 9,824,923,1
Softwarepiraterie (private Anwendung z. B. Computerspiele)32231930,995,294,7
Softwarepiraterie in Form gewerbsmäßigen Handelns26815411474,071,391,6
Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten mit PIN21.96024.629– 2669– 10,834,233,5
Computerbetrug mittels rechtswidriger erlangter Daten von Zahlungskarten9.0659.982– 917– 9,229,729,3
Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter sonstiger unbarer Zahlungsmittel2.4971.90659131,037,633,6
Leistungskreditbetrug § 263a StGB7.4285.9481.48024,927,629,5
Computerbetrug (sonstiger) §263a StGB13.33814.772– 1.384– 9,444,839,5
Überweisungsbetrug §263a StGB9331.419– 486– 34,237,332,8
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

„Es lassen sich Straftaten zusammenfassen, die typischerweise unter Verwendung von Computern oder über das Internet verwirklicht werden und insoweit als Computer- bzw. Internetstrafrecht bezeichnet werden können.“

Frank Langen

Urteile im Bereich Computerstrafrecht

Ihr Rechtsanwalt

Fragen?