Bei mehreren Testamenten: Erbschein erforderlich

Die Erblasserin hatte in einem notariellen Testament einen Testamentsvollstrecker benannt, später allerdings dieses mittels handschriftlichem Testament widerrufen. Aus dem notariellen Testament ergab sich die Alleinerbenstellung des Erben. Dieser beantragte die Grundbuchberichtigung. Mittels Zwischenverfügung bestand das Grundbuchamt auf Vorlage des Erbscheins. Mit Beschluss vom 06.09.2012 hat das OLG Hamm die hiergegen gerichtete Beschwerde verworfen. Nach § 35 GBO kann nur dann auf die Vorlage eines Erbscheins dem Grundbuchamt gegenüber verzichtet werden, wenn sich die Erbfolge ausschließlich aus der öffentlichen Urkunde ergibt. Da im vorliegend Fall die Frage ob ein Testamtensvollstreckervermerk ebenfalls gemäß § 52 GBO mit der Eintragung des Erben einzutragen ist, sich nicht (nur) aus dem notariellen Testament ergibt, bleibt es bei der Grundregel des § 35 I 1 GBO, wonach das Grundbuchamt einen Erbschein anfordern kann.

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