Rechtsanwalt für Kapitalstrafrecht in Köln

Das Kapitalstrafrecht umfasst alle gegen das menschliche Leben gerichtete Straftaten. Hierzu zählen insbesondere die Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag. Bei Vorwürfen aus dem Bereich des Kapitalstrafrechts ist im Fall der vorläufigen Festnahme oder Verhaftung des Beschuldigten die sofortige Beauftragung eines versierten Strafverteidigers angezeigt. In solchen Fällen sind Rechtsanwälte Langen an 7 Tagen 24 Std. erreichbar.

Der Totschlag ist gemäß § 212 StGB das Grunddelikt für den Mord. Tathandlung ist die vorsätzliche Verursachung des Todes einer anderen Person. Der Totschlag ist mit Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren sanktioniert.

Frank Langen ist Ihr kompetenter Rechtsanwalt für Kapitalstrafrecht in Köln.

Wann liegt ein Mord vor?

Der Qualifikationstatbestand Mord gemäß § 211 StGB ist erfüllt, wenn bestimmte besondere Merkmale objektiver und subjektiver Art, d. h. in der Tat selbst oder in der Person des Täters liegende Umstände, verwirklicht werden. Aufgrund des Vorliegens der sog. Mordmerkmale droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Kriterien, die einen Totschlag zu einem Mord machen sind in § 211 StGB abschließen aufgezählt. Hierbei handelt es sich um:

Tötung aus Mordlust
Tötung aus Mordlust setzt voraus, dass der Tod des Opfers „als solcher der einzige Zweck der Tat ist.“

Tötung zur Befriedigung des Geschlechtstriebes
Will sich der Täter durch die Tötung eines Menschen sexuell befriedigen, tötet er zur Befriedigung des Geschlechtstriebes.

Tötung aus Habgier
Unter Habgier versteht man ein rücksichtsloses Streben nach Gewinn auch um den Preis eines Menschenlebens.

Tötung aus sonstigen niedrigen Beweggründen
Die Beweggründe sind niedrig, wenn sie sittlich auf tiefster Stufe stehen und nach allgemeinen Wertmaßstäben besonders verwerlich und verachtenswert sind.

Heimtückische Tötung
Bei einer heimtückischen Tötung nutzt der Täter die auf der Arglosigkeit des Opfers beruhende Wehrlosigkeit bewusst aus. Arglos ist, wer sich im Zeitpunkt der Tat keines Angriffs von Seiten des Täters versieht. Wehrlos ist, wer aufgrund der Arglosigkeit keine oder nur reduzierte Möglichkeit der Verteidigung besitz.

Grausame Tötung
Eine Tötung ist grausam, wenn der Täter seinem Opfer in gefühlloser und unbarmherziger Gesinnung Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zufügt, die nach Stärke und Dauer über das für die Tötung erforderliche Maß hinausgehen.

Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln
Gemeingefährliche Mittel liegen vor, wenn der Täter sie im Einzelfall nicht sicher zu beherrschen vermag und sie geeignet sind, Leib und Leben mehrerer Menschen zu gefährden.

Tötung um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken
Eine solche ist gegeben, wenn durch die Tötung eine andere geplante Straftat ermöglicht werden soll.

„Gerade bei vorläufigen Festnahmen oder Verhaftungen mit dem Vorwurf eines Tötungsdeliktes ist es für den weiteren Fortgang in dem Verfahren von entscheidender Bedeutung , dass dem Beschuldigten qualifizierter anwaltlicher Beistand zur Verfügung steht.“

Frank Langen

Strafverteidiger Frank Langen Köln

Was bedeutet lebenslange Freiheitsstrafe?

Der Täter verbüßt mindestens 15 Jahre Freiheitsstrafe. Danach entscheidet das Gericht auf Grundlage eines Sachverständigengutachtens und unter Abwägung und Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit darüber, ob davon ausgegangen werden kann, dass der Mörder in Freiheit keine weiteren Straftaten begehen wird.

Was versteht man unter Tötung auf Verlangen?

Die Tötung auf Verlangen ist in § 216 StGB geregelt. Hier tritt eine Strafmilderung ein, wenn der Täter sich von einem Verlangen des Getöteten hat leiten lassen und somit das Unrecht und die Schuld gemindert erscheint. Objektiv und subjektiv liegen zwar alle Voraussetzungen eines Totschlags vor, jedoch muss ein eindeutig geäußertes Verlangen des Getöteten seine Berücksichtigung findet.

Die Anwendung des § 216 StGB ist im Bereich der viel diskutierten aktiven und passiven Sterbehilfe von großer Bedeutung. Ärzte und ärztliches Personal kommen oft in die Situation, dass ein Patient das Verlangen äußert, ihn von Schmerzen zu erlösen und den Sterbeprozess zu beschleunigen. Wer hierauf eingeht, läuft Gefahr, sich strafbar zu machen. Die Tat wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

Wann liegt eine fahrlässige Tötung vor?

Bei der fahrlässigen Tötung gemäß § 222 StGB führt der vermeintliche Täter durch sein Handeln, Dulden oder Unterlassen die Tötung nicht willentlich herbei, nimmt sie aber in billigend in Kauf. Der fahrlässig handelnde Täter will den Tod eines Menschen also nicht willentlich herbeiführen, er missachtet jedoch ihm obliegende Sorgfaltspflichten und führt dadurch den Tod eines anderen kausal herbei. Zu denken ist hier an den Straßenverkehr, wenn es zur Tötung einer anderen Person durch überhöhte Geschwindigkeit des Autofahrers kommt. Die fahrlässige Tötung wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.

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Weitere Straftatbestände:

Weitere Straftatbestände bei denen es um die Tötung eines Menschen geht sind die gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge gemäß § 227 StGB, der Raub mit Todesfolge gemäß § 251, die sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge gemäß § 178 StGB sowie der sexuelle Missbrauch von Kindern mit Todesfolge gemäß § 176b StGB

Besonderheiten bei Tötungsdelikten:

Bei Tötungsdelikte ist die Persönlichkeit des Täters und die Vorgeschichte, die möglicherweise zu der Tat geführt hat, von entscheidender Bedeutung. Diese Fragestellungen können nicht nur für mögliche Strafmilderungsgründe evident sein, sondern sind auch bei der Frage, ob der Beschuldigte die notwendige strafrechtliche Verantwortlichkeit besitzt heranzuziehen. Nahezu in jedem Strafverfahren aus dem Kapitalstrafrecht wird im Auftrag der Ermittlungsbehörden oder des Gerichts die Frage der verminderten Schuldunfähigkeit gemäß § 21 StGB oder der Schuldunfähigkeit gemäß § 20 StGB überprüft. Ein solches Vorgehen kann auch von der Verteidigung angeregt oder beantragt werden.

Folgen einer verminderten Schuldfähigkeit oder der Schuldunfähigkeit:

Eine verminderte Schuldfähigkeit führt zu einer erheblichen Reduzierung der Strafe, während bei Schuldunfähigkeit ein Freispruch oder die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus erfolgen muss. Daher ist die Kenntnis psychischer Störungen, wie z. B. Schizophrenie, Bipolare Störungen, affektive Ausnahmezustände, Störungen durch Alkohol und Drogen, Persönlichkeitsstörungen und deren diagnostische Kriterien Voraussetzung einer effektiven Strafverteidigung.

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten?

Jahr

Anzahlt erfasster Fälle

Anzahlt aufgeklärter Fälle

Aufklärungsquote

2013

2.122

2.032

95,8%

2014

2.179

2.032

96,8%

2015

2.116

2.005

94,8%

2016

2.418

2.288

94,6%

2017

2.379

2.275

95,6%

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Wie sollten Sie sich verhalten, wenn Ihnen ein Tötungsdelikt vorgeworfen wird?

Die fortschreitende technische Entwicklung im Bereich der Ermittlungsbehörden führt bei den Tötungsdelikten inzwischen zu Aufklärungsquoten von über 90%. Daher muss der Verteidiger in der Lage sein, die aufgrund dieser technischen Möglichkeiten entstandenen Ermittlungsergebnisse zu hinterfragen. Ferner hat er Gutachten von Sachverständigen auf ihre Qualität und Richtigkeit zu überprüfen. Insbesondere wegen der hohen Strafandrohungen und aufgrund der besonderen Schwierigkeiten bei der Beweisführung sind spezielle Fähigkeiten bei der Verteidigung erforderlich. Sollten Sie einer Kapitalstraftat verdächtig sein, sollten Sie immer einen Strafverteidiger mit langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich beauftragen.

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