Kapitalstrafrecht

Das Kapitalstrafrecht umfasst alle gegen das menschliche Leben gerichtete Straftaten. Hierzu zählen insbesondere die Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag. Bei Vorwürfen aus dem Bereich des Kapitalstrafrechts ist im Fall der vorläufigen Festnahme oder Verhaftung des Beschuldigten die sofortige Beauftragung eines versierten Strafverteidigers angezeigt. In solchen Fällen sind Rechtsanwälte Langen an 7 Tagen 24 Std. erreichbar.

Bei Tötungsdelikten ist die Persönlichkeit des Täters und die Vorgeschichte, die möglicherweise zu der Tat geführt hat, von entscheidender Bedeutung. Diese Fragestellungen können nicht nur für mögliche Strafmilderungsgründe evident sein, sondern sind auch bei der Frage, ob der Beschuldigte die notwendige strafrechtliche Verantwortlichkeit besitzt, heranzuziehen. Nahezu in jedem Strafverfahren aus dem Bereich des Kapitalstrafrechts wird im Auftrage der Ermittlungsbehörden oder des Gerichts die Frage des Vorliegens der verminderten Schuldunfähigkeit (§ 21 StGB) oder der Schuldunfähigkeit (§ 20 StGB) überprüft.
Eine verminderte Schuldfähigkeit führt zu einer erheblichen Reduzierung der Strafe, während die Aufhebung der Schuldfähigkeit einen Freispruch oder die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus zur Folge hat. Daher ist die Kenntnis psychischer Störungen, wie z. B. Schizophrenie, Bipolare Störungen, affektive Ausnahmezustände, Störungen durch Alkohol und Drogen, Persönlichkeitsstörungen und deren diagnostische Kriterien Voraussetzung einer effektiven Strafverteidigung. Diesbezüglich sind psychiatrische oder psychologische Sachverständigengutachten einzuholen.

Der Totschlag gemäß § 212 StGB ist das Grunddelikt für den Mord und die Tötung auf Verlangen. Tathandlung ist die vorsätzliche Verursachung des Todes einer anderen Person. Der Qualifikationstatbestand Mord (§ 211 StGB) liegt vor, wenn bestimmte besondere Merkmale objektiver und subjektiver Art, d. h. in der Tat oder in der Person des Täters liegende Umstände, verwirklicht werden. Aufgrund des Vorliegens der sog. Mordmerkmale droht die lebenslange Freiheitsstrafe. Die Kriterien, die die einen Totschlag zu einem Mord machen sind in § 211 StGB abschließend aufgezählt:

1. Tötung aus Mordlust
2. Tötung zur Befriedigung des Geschlechtstriebes
3. Tötung aus Habgier
4. Tötung aus sonstigen niedrigen Beweggründen 
5. Heimtükische Tötung
6. Grausame Tötung
7. Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln
8. Tötung um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken

Die Tötung auf Verlangen ist in § 216 StGB geregelt. Hier tritt eine Strafmilderung ein, wenn der Täter sich von einem Verlangen des Getöteten hat leiten lassen und somit das Unrecht und die Schuld gemindert erscheinen. Objektiv und subjektiv liegen zwar alle Voraussetzungen eines Totschlags vor, jedoch muss ein eindeutig geäußertes Verlangen des Getöteten seine Berücksichtigung finden.

Weitere Straftatbestände bei denen es um die Tötung eines Menschen geht sind die gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge gemäß § 227 StGB, der Raub mit Todesfolge gemäß § 251 StGB, Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge, § 178 StGB, Sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge, § 176 b StGB sowie die fahrlässige Tötung gemäß § 222 StGB.

Die Anwendung des § 216 StGB ist im Bereich der viel diskutierten aktiven und passiven Sterbehilfe von großer Bedeutung. Ärzte und ärztliches Personal kommen oft in die Situation, dass ein Patient das Verlangen äußert, ihn von Schmerzen zu erlösen und den Sterbeprozess zu beschleunigen. Wer hierauf eingeht, läuft Gefahr, sich strafbar zu machen.

Jahr

Anzahl erfasster Fälle

Anzahl aufgeklärter Fälle

Aufklärungsquote
20132.1222.03295,8
20142.1792.03296,8
20152.1162.00594,8
20162.4182.28894,6
20172.3792.27595,6

Quelle, Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Kontakt

Bekannt aus den Medien

„Gerade bei vorläufigen Festnahmen oder Verhaftungen mit dem Vorwurf eines Tötungsdeliktes ist es für den weiteren Fortgang in dem Verfahren von entscheidender Bedeutung , dass dem Beschuldigten qualifizierter anwaltlicher Beistand zur Verfügung steht.“

Frank Langen

Gewalt-kriminalitätAnzahl 2012Anzahl 2011Veränderung Vorjahr absolut

Veränderung

Vorjahr in %

Aufklärungs-

quote in % 2012

Aufklärungs-

quote in % 2011

Insgesamt195.143197.030– 1.887– 1,074,075,3
Mord und Totschlag2.1262.174– 48– 2,295,996,1
Vergewaltig. Und sex. Nötigung8.0317.5394926,580,782,5
Raubdelikte48.71148.0216901,451,052,7
gef. und schwere Körper-verletzung136.077139.091– 3.014– 2,281,482,3

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2012

Die fortschreitende technische Entwicklung  im Bereich der Ermittlungsbehörden führt bei den Tötungsdelikten inzwischen zu Aufklärungsquoten von über 90 %. Daher muss der Verteidiger in der Lage sein, die aufgrund dieser technischen Möglichkeiten entstandenen Ermittlungsergebnisse zu hinterfragen. Ferner hat er Gutachten von Sachverständigen auf ihre Qualität und Richtigkeit zu überprüfen.

Rechtsanwalt Langen ist seit Beginn der 90er Jahre in zahlreichen Schwurgerichtsverfahren strafverteidigend tätig.

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