Erbunwürdigkeit wegen versuchten Totschlags in einem minder schweren Fall

Der Erbe, der versucht, den seit Jahren nicht mehr geschäftsfähigen Erblasser zu töten, ist Erbunwürdig gemäß § 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Erblasser keine Patientenverfügung hinterlassen hat, keine Tötung auf Verlangen vorliegt, der Erbe nicht das Verfahren nach §§ 1901a ff. BGB eingehalten hat und sich auch sonst kein tatsächlich geäußerter Wille des Erblassers zum Abbruch der lebenserhaltenen Maßnahmen ermitteln lässt. Die Erbunwürdig setzt die Schuldfähigkeit des Handelnden voraus.

BGH, Urteil vom 11.03.2015

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