Bedingter Tötungsvorsatz

Bedingten Tötungsvorsatz hat, wer den Eintritt des Todes als mögliche, nicht ganz fernliegende Folge seines Handelns erkennt und billigend in Kauf nimmt oder sich um des erstrebten Zieles willens zumindest mit der Tatbestandsverwirklichung abfindet. Auf der Ebene der Beweiswürdigung bedarf es einer Gesamtschau alle objektiven und subjektiven Tatumstände des Einzelfalls, in der die objektive Gefährlichkeit der Tathandlung als wesentlicher Indikator, aber auch die konkrete Angriffsweise, die Persönlichkeit des Täters, sein psychischer Zustand zum Tatzeitpunkt und seine Motive mit einzubeziehen sind. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stellt dabei im Rahmen der gebotenen Gesamtschau auf eine „für Tötungsdelikte deutlich höhere Gesamtschau“ ab.

BGH, Urteil vom 05.04.2018 – 1 StR 67/18 –