Gemeinsame Sorge des nichtehelichen Vaters

Die Eltern des streiten über die gemeinsame Sorge für das 2005 geborene Kind. Die Kindeseltern sind nicht verheiratet und haben keine Sorgerechtserklärung abgegeben. Die elterliche Sorge steht allein der Mutter zu. Der Kindesvater kommt seiner Unterhaltsverpflichtung seit der Geburt nicht nach. Das Familiengericht hat den Antrag des Kindesvaters auf Verfahrenskostenhilfe zur Übertragung der elterlichen Sorge für das Kind abgelehnt. Gegen diese Entscheidung hat der Kindesvater Beschwerde eingelegt, diese hat das OLG mit Beschluss vom 01.12.2011 zurückgewiesen.

Die Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge setze voraus, dass dies dem Kindeswohl entspreche. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Der Kindesvater habe bisher kaum Kontakt zu seinem Sohn gepflegt und sich aus sonst wenig um dessen Belange gekümmert. Es bestünden ernsthafte Zweifel daran, ob der Antragsteller in der Lage und willens sei, sich verlässlich um sein Kind zu kümmern und für dieses Verantwortung zu übernehmen. Er habe seit der Geburt keinerlei Unterhaltszahlungen geleistet, außerdem komme er seiner Umgangsverpflichtung nicht nach.

Die Übertragung der gemeinsamen Sorge könne unter Kindeswohlgesichtspunkten erst dann in Betracht kommen, wenn der Kindesvater mit dem Kind, dessen Bedürfnissen und den Strukturen des Kinderalltags vertraut sei. Dementsprechend sei zunächst mit Hilfe begleiteten Umgangs Kontakt und auf Dauer ein Vertrauensverhältnis zwischen Kindesvater und Kind aufzubauen. Erst wenn eine (begleitete) Umgangsregelung etabliert und mit erfolg durchgeführt worden sei, könne mit Blick auf das Kindeswohl geprüft werden, ob eine gemeinsame elterliche Sorge in Betracht komme.

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