Insolvenz des Insolvenzverwalters

Der Spiegel berichtete am 07.01.2011 in seiner Online-Ausgabe über einen Insolvenzverwalter, der lange Zeit an Firmenpleiten verdiente, den jetzt aber das gleiche Schicksal wie seine Kunden erteilte.

Insolvenzverwalter R. sei einer der prominentesten Vertreter seiner Zunft gewesen, u. a. habe er die Telekommunikationsfirma Teldafax abgewickelt. Nun sei der erfahrene Abwickler insolventer Firmen selbst pleite. Ende Dezember wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Insgesamt habe R. sieben Gesellschaften und seinem Firmendach gegründet, neben der Gesellschaft für Insolvenzverwaltung u. a. eine Rechtsanwaltskanzlei und eine Vermögensverwaltung. Entlassungen seien derzeit nicht geplant. Immerhin habe R. die Insolvenz frühzeitig angemeldet. Aus seiner langjährigen Tätigkeit dürfte er wissen, dass Insolvenzverschleppung ein Straftatbestand ist.

Am 08.01.2011 berichtete der Gießener Anzeiger, dass der Insolvenzantrag des Insolvenzverwalter R. für seine sieben Firmen und sein Privatvermögen offenbar einen ganz speziellen Hintergrund habe. Die Staatsanwaltschaft Gießen ermittele gegen R. wegen Untreue. Der Insolvenzverwalter habe eine Selbstanzeige erstattet, diese stehe im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Insolvenzverwalter.

Die Wetterauer-Zeitung berichtete unter dem 11.01.2011, dass sich im Insolvenzverfahren gegen den Friedberger Insolvenzverwalter R. die Staatsanwaltschaft Gießen eingeschaltet habe.

Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft berichtete, dass R. eine Selbstanzeige erstattet habe. Dies sei zeitnah zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 27.12.2010 geschehen. Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft nicht, man stehe noch am Anfang der Ermittlungen.

In heimischen Anwaltskreisen kursieren Vermutungen, dass R. möglicherweise mit seinen vielen Firmen der Überblick verloren habe. R. hatte neben der Privatinsolvenz auch für sieben Firmen an denen der beteiligt ist, Konkurs angemeldet.

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