Umgangsberechtigung bei Wochenendkontakten

Ob Wochenendkontakte mit einem Kind zur Begründung einer sozial-familiären Beziehung im Sinne von § 1685 Abs. 2 Satz 2 BGB führen, muss im Einzelfall geprüft werden, so das OLG Brandenburg.

Das nach § 1685 Abs. 2 BGB geltend gemachte Umgangsrecht setzt zum einen voraus, dass eine sozial-familiäre Beziehung zum Kind besteht bzw. bestanden hat und zum anderen, dass der Umgang dem Kindeswohl dient. Allein der Umstand, dass in der Vergangenheit der Kontakt zum Kind abgebrochen ist, steht einer Umgangsberechtigung nicht entgegen. Entscheidend ist alleine ob für das Kind tatsächlich Verantwortung getragen wird. Dies ist in der Regel nach § 1685 Abs. 2 Satz 2 BGB dann anzunehmen, wenn der entsprechende Elternteil mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat. Hinzukommen muss in jedem Falle, dass der Umgang dem Kindeswohl dient. Dies muss positiv festgestellt werden. Ein wichtiger Anhaltspunkt zur Bestimmung der Kindeswohldienlichkeit ergibt sich aus § 1626 Abs. 3 Satz 2 BGB, wonach zum Wohle des Kindes in der Regel der Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, gehört, wenn dessen Aufrechterhaltung für die Entwicklung förderlich ist. Dabei trage die Feststellungslast für die Vereinbarkeit des Umgangs mit dem Kindeswohl der Umgangsberechtigte.

OLG Brandenburg, Beschluss vom 05.06.2014 – 10 UF 47/14

Weitere Urteile

Unsere Fälle

Unsere Fälle