Verwendung eines gefährlichen Werkzeugs bei sexueller Nötigung

Laut BGH wird ein gefährliches Werkzeug auch dann bei einer sexuellen Nötigung im Sinne von § 177 IV Nr.1 StGB verwendet, wenn es nicht zu Nötigungszwecken, sondern zur Luststeigerung des Täters eingesetzt wird.

Der Täter setzte bei einer sexuellen Nötigung ein Jagdmesser ein, dessen Spitze er dem Opfer von der rechten Kopfseite bis zur Brust zog. Er verwendete das Messer hierbei nicht zu Nötigungszwecken, da das Opfer ohnehin keinen Widerstand leistete. Vielmehr diente es zur Steigerung der sexuellen Lust des Täters. Für die Verwirklichung des § 177 IV StGB ist lediglich notwendig, dass ein gefährliches Werkzeug bei der Tat eingesetzt wird. Erforderlich ist jedoch nicht, dass es der Nötigung dient. Ausreichend ist daher, wenn das Werkzeug in einem sexualbezogenen Zusammenhang verwendet wird und für das Opfer eine abstrakte Gefahr hierdurch entsteht.

BGH, Beschluss v. 15.04.2014 – 2 StR 545/13

Weitere Urteile

Unsere Fälle

Unsere Fälle