Diät-Arzt – Festnahme wegen gefälschten Schlankheitspillen

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete in seiner Ausgabe vom 16/17.09.1995, daß der Arzt und die beiden Apotheker im Skandal um die gefälschten Schlankheitspillen festgenommen worden seien und vorerst in Untersuchungshaft blieben. Alle drei hätten am Freitag die Anträge auf Haftprüfung durch ihre Anwälte zurücknehmen lassen, weil sie keine Aussicht auf Erfolg sähen. In den Fällen der Apotheker würde die Staatsanwaltschaft sogar die Erweiterung der Haftbefehle beantragen, weil möglicherweise ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorliege.

Die Staatsanwaltschaft hätte auf die weitere Haft des Arztes bestanden, weil die Obduktionen der mutmaßlichen Pillenopfer noch nicht vorlägen. Erst danach könne feststehen, ob ein Zusammenhang zwischen den verschriebenen Schlankheitsmitteln und dem Tod der Kölner Unternehmerin im Mai diesen Jahres bestünde. Frank Langen, einer der Jansen-Anwälte, erläuterte die Vorgehensweise der Verteidigung, zunächst Haftprüfungsanträge zu stellen und sie sodann zurückzuziehen wie folgt:

„Der Haftrichter habe während des etwa einstündigen Gesprächs durchblicken lassen, daß durchaus Hoffnung auf Haftverschonung bestehe, falls die Experten keinen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Rezeptur feststellen könnte. Hätte die Verteidigung des Haftprüfungsantrag aufrecht erhalten, hätten nacheinander Landgericht und Oberlandesgericht entscheiden müssen. Nunmehr bestehe die Möglichkeit, daß bei einem neuen Haftprüfungstermin in etwa drei Wochen, der Arzt aus dem Gefängnis komme. Dann solle dem Gericht eine gutachtliche Stellungnahme über den Todesfall vorliegen sowie die Vermögensverhältnisse des Arztes offengelegt sein. Folglich werde Ende nächster Woche erneut Antrag auf Haftverschonung gestellt.“

Weitere Veröffentlichungen: Bild am Sonntag vom 03.09.1995 sowie Kölner Express vom gleichen Tage.

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