Reduzierter Kindesunterhalt bei erweitertem Umgang

Übt der barunterhaltspflichtige Elternteil ein erweitertes Umgangsrecht mit dem minderjährigen Kind aus, kann bei der Ermittlung des Kindesunterhalts eine Herabstufung in der Düsseldorfer Tabelle um mehrere Stufen stattfinden. Der dann ermittelte Bedarf des Kindes kann reduziert werden, wenn der Elternteil beim Umgang den Bedarf des Kindes deckt und der betreuende Elternteil hierdurch eine Kostenersparnis hat.

Das Kind wurde zunächst während der Trennung im Wechselmodell von den Eltern betreut, in der Folgezeit erfolgte jedoch die Absprache, dass das Kind überwiegend bei der Mutter bleiben sollte und der Vater ein Umgangsrecht hat.
Die Mutter verlangt für die Zeit ab ihrer Alleinbetreuung Kindesunterhalt vom Vater.
Grundsätzlich trifft den Vater nach Beendigung des Wechselmodells eine Barunterhaltspflicht, wobei der Richter die Werte der Düsseldorfer Tabelle auf ihre Angemessenheit überprüft. Hieraus können sich Umstände ergeben, die Berücksichtigung finden, wie zum Beispiel Fahrtkosten oder Vorhaltkosten für Wohnraum, die der umgangsberechtigte Elternteil geltend macht.
Maßstab ist hierbei, inwieweit der Umgang einer Mitbetreuung gleich kommt.
Als Folge hieraus kann der Tabellenbedarf des Kindes ermäßigt werden, soweit der betreuende Elternteil Ersparnisse hierdurch hat.

BGH, Beschluss v. 12.03.2014, XII ZB 234/13

Weitere Urteile

Unsere Fälle

Unsere Fälle