Kapitalstrafrecht-Urteile

  • Bedingter Tötungsvorsatz

    Bedingten Tötungsvorsatz hat, wer den Eintritt des Todes als mögliche, nicht ganz fernliegende Folge seines Handelns erkennt und billigend in Kauf nimmt oder sich um des erstrebten Zieles willens zumindest mit der Tatbestandsverwirklichung abfindet. Auf der Ebene der Beweiswürdigung bedarf es einer Gesamtschau alle objektiven und subjektiven Tatumstände des Einzelfalls, in der die objektive Gefährlichkeit…

  • Mordmerkmal Heimtücke

    Der Bundesgerichtshof hat ausgeführt, dass Abwehrversuche, die das überraschte und in seinen Verteidigungsmöglichkeiten eingeschränkte Opfer im letzten Moment unternimmt, der Annahme von Heimtücke nicht entgegenstehen. Heimtückisch handelt, wer in feindlicher Willensrichtung die Arg- und Wehrlosigkeit des Tatopfers bewusst zur Tötung ausnutzt. Wesentlich ist, dass der Mörder sein Opfer, welches keinen Angriff erwartet, also arglos ist,…

  • Schuldunfähigkeitsprüfung bei besonders brutalem Tatbild

    Neben ungehemmter Eigensucht und krasser Rücksichtslosigkeit in ein weiteres Leitprinzip für das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe die in der Tötung motivational zu Tage tretende Missachtung des personellen Eigenwerts des Opfers. Eine solchermaßen antisoziale Einstellung kann darin erblickt werden, dass der Täter das Opfer in menschenverachtender Weise tötet. In die Kategorie der Missachtung des personellen Eigenwerts…

  • Versuchsbeginn beim Mord

    Der Bundesgerichtshof hat ausgeführt, dass ein unmittelbares Ansetzen zum Versuch des Mordes bereits darin liegen kann, dass sich der Angeklagte des Opfers in Tötungsabsicht bemächtigt. Dies gelte jedenfalls dann, wenn das Opfer nach der maßgeblichen Tätervorstellung über keine Möglichkeiten mehr verfügt, sich weiteren Tathandlungen zu entziehen oder schließlich den geplanten todbringenden Angriff abzuwehren. Unter diesen…