Es berichtet der Spiegel in seiner Ausgabe 42/1998 über den Ruin des VFL Gummersbach als den welterfolgreichsten Handballclub und wieviel Schuld dessen Vermarktungspartner Maxima dabei trage. Seit Monaten sei die finanzielle Lage des Handballvereins angespannt gewesen. Zuletzt sei ein Bündnis in die Brüche gegangen, daß bisher im deutschen Sport einmalig gewesen sei. Der VFL Gummersbach und sein Vermarkter, der Kölner Finanzdienstleister Maxima, hätten sich in einer Betreibergesellschaft zusammen getan. Als der Verein mit immer neuen Schulden auf den Partner zugekommen sei, habe die Maxima die Notbremse gezogen und sei aus dem Unternehmen ausgestiegen.

Beim VFL Gummersbach sei die Kölner Firma, die mit Immobilienfonds und Rentenversicherungen nach eigenen Angaben 1997 rund 751.000.000 DM umgesetzt habe, zunächst aufgetreten wie ein Großinvestor. Dabei genieße die Maxima Holding einen zwiespältigen Ruf. Bereits im Februar 1998 habe das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen vor den von der Maxima vertriebenen Rentenversicherungen gewarnt. Im April habe die Kölner Staatsanwaltschaft im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens Büro- und Privaträume der Maximachefs durchsuchen lassen. Aber auch in anderen Sportbereichen sei die Maxima tätig gewesen, so auch bei der Organisation des Radrennklassikers „Rund um Köln“. Zur Deckung des 500.000,00 DM-Etats wurden die Vermarktungsrechte dieses Radrennens an die Maxima abgetreten – jedoch ohne unterschriebenen Vertrag – und als man sich dann über das Kleingedruckte nicht einigen konnte, sei im Jahre 1998 das Traditionsrennen ausgefallen.

Weiterhin berichtet die Welt am Sonntag vom 17.05.1998 von dem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln gegen die Manager der Maxima Holding AG. Ende April 1998 seien Büros von 12 Firmen unter dem Dach der Maxima sowie eine Represetanz in Düsseldorf durchsucht worden. Die Strafverfolger sähen für betroffene Maxima Kunden düstere Zeiten anbrechen. Man sei gespannt, ob die Maxima die Versprechungen zu regelmäßigen Mandantenzahlungen nachkommen könne. Interessant sei, welche Umsätze die Maxima Holding, die über diverse Unter-GmbHs agiere, für die Gruppe angebe. 1997 sei es nach eigener Auskunft 751.000.000 DM gewesen, für das 1998 werde 1 Mrd. DM erwartet. Die Mitarbeiter sollen im Jahre 1998 nur um rund fünf auf 30 steigen, zusätzlich habe man 400 freie Mitarbeiter. Die Kölner Finanz-AG sei unter anderem mit Hilfe des deutschen Handballbundes auf Kundenfang. Mit einer sechsstelligen Summe jährlich werde Sportsponsoring mit der Nationalmannschaft als Aushängeschild betrieben. Dafür stehe auf dem Rücken der Handballnationalspieler die Aufschrift Maxima. Der Sponsorenvertrag solle bis zum 28.02.2003 laufen. Für größeres Aufsehen habe die Maxima Holding gesorgt, als sie Ende März 1997 mit der Zusage von 1,6 Mio. DM pro Jahr den traditionsreichen Handballbundesligisten VFL Gummersbach vor dem Konkurs gerettet habe und den Verein in die VFL Maxima Gummersbach GmbH umbenannte.

Die Süddeutsche Zeitung vom 23.05.1998 berichtet unter dem Aufmacher „Verdacht auf Betrug bei der Maxima Holding“ wie folgt:

Die Maxima Holding AG, Sponsor der Deutschen Nationalmannschaft sowie des Bundesligisten VFL Gummersbach und einer der größten Anbieter fremdfinanzierter Rentenmodelle, stecke in ernsten Schwierigkeiten. Beamte der zuständigen Staatsanwaltschaft hätten in Düsseldorf und Köln die Firmenzentrale sowie die zwölf unter ihrem Dach agierenden Firmen durchsucht und dabei erhebliches Aktenmaterial beschlagnahmt. Vertragspartner der Maxima sei eine amerikanische Firma namens Deleware (USA) gewesen. Dabei handele es sich jedoch möglicherweise um eine Briefkastenfirma. Gegenstand des von der Maxima und der AIP offerierten Modells sei der Aufbau einer lebenslangen privaten Rente unter Zuhilfenahme eines Bankkredits gewesen. Die Finanzierungskosten sollten dabei nach § 9 EStG als Werbungskosten geltend gemacht werden. Im Vertrauen auf ein über den Steuervorteil besonders preiswerten Aufbau einer privaten Altersversorgung hätten die Kunden Verträge mit bis zu einer Million DM abgeschlossen. Seit Anfang des Jahres habe das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen der AIP den Geschäftsvertrieb in Deutschland untersagt, weil die für das Versicherungsgeschäft notwendige Zulassung fehle.

Der Kölner Express vom 16.01.2001 berichtet mit der Überschrift „Der Pleitekonzern Maxima: Vorstände angeklagt“ über die Erhebung der Anklageschrift gegen die Vorstände der Maxima. Das 342 Seiten starke Werk sei von der Staatsanwaltschaft an die zuständige 14. große Strafkammer des Landgerichts Kölns geschickt worden. Es gehe um Untreue, Betrug, Insolvenzdelikte und Verstöße gegen das Versicherungsaufsichtsgesetz. Express habe gestern bei Rechtsanwalt Langen, dem Strafverteidiger eines der beiden Vorstände, angefragt und von diesem die Mitteilung erhalten, es handele sich um eine umfangreiche Anklageschrift, es werde um Fristverlängerung gebeten, um ausführlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Auch der FOCUS berichtet am 26.03.2001 über die Anklageerhebung. Zwischen 1993 und 1999, so die Ermittler, hätten die Angeklagten mit der Maxima-Firmengruppe ein Schneeballsystem betrieben. Sie hätten mindestens 620 Privatleute, etwa 40 Firmen und den Fiskus um 26 Mio. DM erleichtert. Der Kölner Rechtsanwalt Frank Langen, Verteidiger eines der beiden Vorstände, erklärt auf Nachfrage, daß es sicherlich zu einer Hauptverhandlung kommen werde.

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