Durchsuchungen bei SER Systems – Verdacht auf Untreue

Die Süddeutsche Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 12. 07.2002, dass beim Softwarehaus SER Systems am vergangenen Donnerstag die Polizei und Staatsanwaltschaft Koblenz durchsucht habe. Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalt Jung seien 16 Wohnungen, private Büros und Geschäftsräume durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Anlaß für die Ermittlungen wegen Untreue und verspäteten Antrages auf Insolvenz sei seine Strafanzeige der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre gewesen.

Es bestehe der Verdacht, dass Firmenverantwortliche wesentliches Betriebsvermögen zu Preisen weiter unter dem tatsächlichen Wert veräußert hätten. Besonders schwere Vorwürfe seien gegen den ehemaligen Vorstandschef erhoben worden. Er soll Konzernvermögen im geschätzten Wert von 67 Millionen € an eine US-Gesellschaft veräußert haben, die dem früheren Finanzvorstand gehöre. Der Käufer habe dabei keine adäquaten Preise bezahlt. In der Pressemitteilung der Firma sei festgehalten worden, dass keiner der derzeitigen SER-Manager zur irgendeinem Zeitpunkt Vermögenswerte von der SER System AG erworben habe. Eine wie auch immer geartete persönliche Bereicherung habe nicht stattgefunden. Ebenso seien von diesen Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Betriebsteile der SER, insbesondere werthaltige Firmenbeteiligungen oder Softwarerechte, verkauft worden. Hinsichtlich der Vorwürfe der verspäteten Insolvenzantragstellung sei festzuhalten, dass der amtierende Vorstand vor seinem Amtsantritt eine Überprüfung des Unternehmens vorgenommen habe und innerhalb der vorgeschriebenen gesetzlichen Frist den Insolvenzantrag gestellt habe.

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